SELBSTWERT · RESILIENZ · GRUNDSCHULE

Wer bestimmt eigentlich, was ich über mich denke?

Warum eine Meinung nicht automatisch die Wahrheit über mich ist – und wessen Stimme für mich wichtig sein darf.

Tafelbild mit dem ICH in der Mitte und verschiedenen Einflüssen

Zwei Menschen können genau dasselbe sehen – und trotzdem völlig unterschiedlich darüber denken. Was der eine schön findet, findet die andere vielleicht langweilig. Was ein Kind lustig findet, findet ein anderes überhaupt nicht witzig. Genau das erleben die Kinder in meinen Trainings zunächst ganz praktisch.

Wie entstehen eigentlich Meinungen?

Eine Meinung entsteht nicht nur durch das, was wir sehen. Sie hat auch damit zu tun, was wir mögen, erlebt haben, kennen und wichtig finden. Und weil wir Menschen unterschiedlich sind, können auch unsere Meinungen unterschiedlich sein.

Für Kinder steckt darin eine wichtige Erkenntnis: Wenn jemand etwas über mich sagt, ist das nicht automatisch die Wahrheit über mich. Es ist zunächst einmal die Meinung dieses Menschen – und die hat oft mehr mit ihm selbst zu tun als mit der Person, über die sie geäußert wird.

Aus „Deine Hose sieht blöd aus“ wird so eine neue Frage: Was sagt dieser Satz eigentlich über meine Hose aus – und was über den Geschmack des anderen Kindes?

Darf man seine Meinung sagen?

Grundsätzlich ja. Aber nur weil ich etwas denke, muss ich es nicht aussprechen. Auch das gehört zu sozialer Handlungskompetenz: Ich darf eine Meinung haben und gleichzeitig überlegen, was meine Worte bei einem anderen Menschen auslösen. Nicht jeder Gedanke muss raus.

Und umgekehrt muss auch nicht jede Meinung, die jemand über mich ausspricht, einen Platz in meinem Kopf bekommen.

Auf wen höre ich?

Jetzt entsteht im Training unser Tafelbild. In der Mitte steht das ICH. Drumherum sammeln wir Menschen und Bereiche, die im Leben eines Kindes eine Rolle spielen: Familie, Freundinnen und Freunde, Schule, Lehrkräfte, Freizeit – und auch digitale Einflüsse.

Dann wird es spannend: Wessen Meinung ist mir wichtig?

Dabei geht es nicht darum, grundsätzlich nur auf sich selbst zu hören. Eltern, Lehrkräfte oder gute Freundinnen und Freunde sagen manchmal auch Dinge, die man nicht besonders gern hört – aber weil sie helfen möchten oder etwas Gutes für einen wollen.

Und dann gibt es Menschen, die gerade stänkern, provozieren oder verletzen wollen. Ihre Aussage bekommt nicht automatisch denselben Stellenwert.

Nicht jede Meinung über mich ist eine Wahrheit über mich.
Ich kann lernen zu entscheiden, wessen Stimme für mich Gewicht bekommt.

Und wenn jemand absichtlich provoziert?

Genau dort geht es im Training weiter. Denn zu verstehen, dass eine Beleidigung eine fremde Meinung ist, ist das eine. Zu wissen, wie ich in diesem Moment handeln kann, das andere. Und dafür kommt Stressika ins Spiel.

Weiterlesen: Wenn Stressika provoziert – wessen Wunsch erfülle ich eigentlich? →

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